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Montag, 7. Oktober 2013

Von Rio nach Guayaquil

[EDIT] Dieser Eintrag wurde lange nach der Reise durch Fotos ergänzt.[/EDIT]

Hier wiedermal ein Lebenszeichen :) Ich sitze gerade in einem kleinen Internetcafé in Puyo, Ecuador.

Seit meinem letzten Eintrag habe ich wunderbare Tage in Rio de Janeiro verbracht. Ein Highlight war das Surfen in Recreio dos Bandeirantes an der Praia do Pontal bei super Wetter und ebensolchen Wellen. Fuer den Ausflug mit Uebernachtung (erreichbar in einer Stunde mit den Stadtbus fuer einen knappen Euro *g*) hatte ich mich in einem kleinen Hostel eingebucht. Haengematten, gemuetlicher Innenhof, sogar ein sehr reichhaltiges Fruehstueck, wie ich es mag: pure Erholung!




Einen anderen Tag habe ich mit deutschen Freunden am Beginn von deren Weltreise verbracht. Leider hat uns der Regen den Gang auf den Corcovado vermiest, aber wir haben dafuer Ipanema und Botafogo besser kennengelernt. Sehr cool, wenn man sich am anderen Ende der Welt verabreden kann. Weiter gute Reise!

Am letzten Tag in Rio gabs noch einen Spaziergang mit meiner Gastgeberin im kreativ-schoenen Viertel Lapa mit der bekannten Treppe (Escaderia) aus bunten Fliesen und einer Buchhandlung in der eine Liveband spielte. In einer Bar an der Ecke haben wir uns beim Mittagessen einen Caipirinha schmecken lassen und uns sehr gut mit den Maennern am Nebentisch ueber Politik und die aktuelle Lage in Brasilien unterhalten. Tolle Interaktionen!

Vorgestern bin ich dann nach Guayaquil geflogen. Ich hatte Business Class gebucht, wie sich herausstellte. Eine sehr schoene Ueberraschung, wenn man in der VIP-Lounge bei Fruehstueck in aller Ruhe aufs Boarding wartet, und der Fussraum im Flieger ist auch nicht zu verachten. Meine Sitznachbarin, eine sehr nette argentinische Aerztin, die fuer die WHO arbeitet, war eine gute Gesellschaft und hat mir die Flugzeit verkuerzt.

Auch in Guayaquil habe ich, obwohl ich nur einen Tag da war, Freunde gefunden. Beim Spaziergang am Malecon 2000, der Flusspromenade mit Kinos und anderen Events, sprachen mich zwei 16-jaehrige Jungs an. Die anfaengliche Zurueckhaltung war schnell verflogen, und im Laufe des Abends wollten die beiden staendig mit mir Fotos machen, erzaehlten von ihren Familien und fragten nach Deutschland. Am Ende warteten sie mit mir, bis mein Taxi endlich kam, damit ich auch auf jeden Fall sicher zurueck ins Hotel komme. Ecuador hat super Botschafter :)

Naechster Stop ist dann der Regenwald und ich vermute, dass Fotos und weitere Blogeintraege warten muessen, bis ich wieder in Puyo (oder in Deutschland) bin.

Liebe Gruesse und bis bald,
euer Bert

Mittwoch, 11. September 2013

Ankunft in Brasília

Meine Ankunft in Brasilien war verspätet. Ich hatte nur eine knappe Stunde zum Umsteigen am Flughafen in Madrid und auf meinem Reiseplan war Terminal 1 abgedruckt. Das korrekte Abflug-Gate war allerdings am Ende von Terminal 4 Satélite, wobei die Ergänzung 'Satellit' in etwa ausdrückt wie weit in der Umlaufbahn sich das Terminal befindet. Nach einer schweisstreibenden halben Stunde in Shuttlebussen (das Boarding des Anschlussfluges hatte begonnen, als ich gerade im Terminal 1 ausstieg) hatte ich den Flug verpasst und mein Ticket musste von den hilfreichen Menschen am Gate neu ausgestellt werden. Immerhin, ich konnte noch in der gleichen Nacht fliegen und kam bloss 5 Stunden später an. Handy sei Dank waren die Abholer bereits aus Madrid informiert. Ergänzung: Wegen der Umbuchung wurde auch mein Gepäck umgeleitet und kam per Post einen Tag später an. Mit der Kleidung meines lieben Bruders konnte ich das aber leicht überbrücken.

In Brasília hat mich der brasilianische Teil der Familie mit offenen Armen empfangen. Es wird hier viel gelacht und die kleine Wohnung fühlt sich sehr gemütlich an. Eine Hängematte auf dem Balkon, ein grosser Fernseher auf dem man mal Tennis und mal Fussball schaut und der Esstisch sind das Zentrum des Hauses für mich.

Mein Portugiesisch muss noch fliessender werden, und ich kann bei weitem noch nicht alles verstehen, was mir besonders klar wurde, als wir am dritten Abend beim Stand-Up-Comedy waren. Es lag sicher nicht nur an der Dichte der Kraftausdrücke, dass ich nicht ganz mitkam. Aber alles wird mit einem Lachen erklärt und eines meiner neuen Lieblingswörter ist 'tranquilax' (Mischung aus tranquilo=ruhig und relax=entspannt).

Beim Einkaufen lerne ich nebenbei Früchte kennen, z.B. die Fruta de Conde, auf deutsch Zimtapfel. Besonders wichtig sind manche sprachlichen Details, wie zum Beispiel die Betonung auf dem Wort 'coco', die den Unterschied zwischen der Bedeutung Kokos und Exkrement macht. Jedenfalls haben schon wenige Tage einen grossen Unterschied bei der Verständigung gemacht und ich freue mich auf weitere linguistische und andere Entdeckungen :)

Bald gibt es mehr Nachrichten vom touristischen Teil meiner ersten Tage. Bis dahin freue ich mich über Kommentare!